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Indien zwischen Virus und Hunger

Chronologie der Corona-Pandemie in Indien und in unseren Projekten

17.August

bestätigte Infektionen in Indien gesamt: 2.596.921, Todesfälle: 80.921. Unsere Projekte befinden sich in Andhra Pradesh. Das ist mittlerweile der Bundesstaat mit der vierthöchsten Infektionsrate. Stand heute 287.179 Infizierte, 3947 Tote.

01. August            

In Indien infizieren sich jeden Tag ca. 50.000 Menschen neu mit Covid-19. Insgesamt sind jetzt 1.695.988 Fälle bestätigt und 36.511 Menschen an Covid-19 gestorben. Soweit die offiziellen Zahlen. Es sterben aber weit mehr Menschen an den Folgen der Corona-Pandemie. Durch andere Krankheiten, weil sie nicht zum Artz gehen oder an Hunger.

20. Juli                   Bapatla

Die Hilfe für die Ärmsten geht weiter.

14. Juli

Die Zahl der Neuinfektionen überschreitet zum ersten Mal die 30.000 Marke. Das sind die zweithöchsten nach den USA

13. Juli

Die Zahl der bekannten Infektionen liegt bei fast 900.000. Indien liegt jetzt auf Platz 3 hinter den USA und Brasilien.

Die indische Regierung reagiert auf die explosionsartig steigenden Infektionszahlen. Nur zwei Wochen nach dem Ende des allgemeinen Lockdowns gibt es wieder massive Einschränkungen in vielen Gebieten. Restaurants, Geschäfte, Büro müssen erneut schließen, Millionen Inder dürfen ihre Häuser und Wohnungen nur in Notfällen verlassen.

4. Juli Bapatla

Mit Lautsprecher-Durchsagen in 19 Dörfern sollen die Kenntnisse über das Corona-Virus, die Sicherheitsvorkehrungen und Schutzmaßnahmen immer wieder in Erinnerung gerufen werden.

2. Juli           Bapatla       Bericht von Pfr. Bala

Alle Kinder und ihre Familien sind in einer miserablen Situation. Wir planen Hilfsaktionen für die nächsten Tage. Wir wollen unseren Projekt-Kindern und ihre Familien helfen. Es ist unbedingt notwendig die Familien in der nächsten Zeit zu unterstützen.

Das Treffen unserer Projektleiter und Vorstand des Kinderhilfe-Charitable-Trust mit den anderen Vorstandsmitgliedern des KCT dauerte von 9 Uhr morgens bis 1 Uhr nachts.

19. Juni        Bapatla       Bericht von Pfr. Bala

In Indien wird die Situation immer schlimmer. Schulen, Kindergärten, Tempel, Moscheen und Kirchen bleiben geschlossen. Öffentliche Versammlungen sind verboten. Auch die Märkte haben jetzt geschlossen.

Die meisten Menschen haben keine Arbeit. Sie sind in einer erbärmlichen Lage. Sie haben Angst sich der aktuellen Krise zu stellen und  sind sehr unglücklich.

8. Juni

Der allgemeine Lockdown gilt noch bis zum 30. Juni.

Ab 8. Juni gelten für grüne und orange Zonen einige Erleichterungen: Restaurants, Märkte, Einkaufzentren und Gebetsstätten werden wieder geöffnet. Die nächtlichen Ausgangssperren werden um zwei Stunden verkürzt.

In den meisten Industriebranchen darf wieder gearbeitet werden. Unter strengen Hygienevorschriften und sozialer Distanz. Höchsten 33 Prozent der Mitarbeiter dürfen gleichzeitig in den Räumen sein

  1. Juni

Seit Mitte Mai verbreitet sich das Virus deutlich stärker. Aktueller Stand: 195.000 Infektionen und rund 55.000 Tode.

25. Mai        Bapatla       Bericht von Pfr. Bala

Seit zwei Monaten sind wir im Lockdown. Viele Menschen leiden. Sie haben keine Arbeit und können ihre Wohnungen nicht verlassen. Alle Tempel, Moscheen und Kirchen bleiben weiter geschlossen.

Man darf sich nur in der eigenen Region bewegen. Guntur liegt in einer roten Zone, die besonders betroffen ist. Bapatla ist noch grüne Zone.

Jetzt gibt es ein paar Erleichterungen in den Dörfern, die in der grünen Zone liegen und einige Tagelöhner können wieder zur Arbeit auf die Felder gehen.

Die Regierung und viele freiwilligen Organisationen unterstützen arme Menschen und Familien. Allerdings ist die staatliche Hilfe gering und kommt nicht überall an.

Wir haben fast 735 Familien in den Dörfern rund um Bapatla unterstützt. Vedullapalli, Maria Rani Colony, Müllsammler-Colonie, Bethapudi, Railpet, Jamulapalam und Thulasinager

Außerdem wurden die Lehrer der Viveka und der Brillant Schule, die Kindergärtnerinnen und die Familien unserer Projektkinder unterstützt. Wir haben Reis, Lebensmittel, Masken, Desinfektionsmittel und Gemüse zur Verfügung gestellt. Allen Projektkindern geht es gut.

Außerdem erhielten Wanderarbeiter und Tagelöhner Lunchpakete mit Wasser und Buttermilch. Vor allem die Wanderarbeiter befinden sich in einer erbärmlichen Situation. Sie sitzen hier fest, ohne Arbeit und ohne die Möglichkeit in ihre Heimatdörfer zurück zu kehren.

Auch Busfahrer und Reinigungs-Arbeiter haben Hilfe erhalten.  Die Verkehrspolizei erhielt Desinfektionsmittel

Manchmal erhielten wir Unterstützung von Rot-Kreuz Freiwilligen und dem Gesundheitspersonal der Dörfer.

Die Schulen sollen am 3. August wieder öffnen. Alle Kinder werden ohne Prüfungen in die nächste Klasse versetzt. Mit Ausnahme der 10. Klassen. Die Regierung plant die Abschlussprüfungen ab der 3ten Juliwoche durchzuführen.

Wir sind jetzt mitten im Hochsommer. Der Wetterbericht hat vor einer Hitzewelle gewarnt. In Guntur und Bapatla ist es heute 46 Grad heiß.

Mai   

Der Lockdown wird bis zum 31. Mai verlängert. Die 733 Distrikte des Landes werden je nach den Infektionszahlen in grüne, orange und rote Zonen eingeteilt und entsprechend werden bestimmte Aktiviäten erlaubt, teilweise erlaubt oder komplett verboten.

29. April       Bapatla

In der Maria Rani Colony werden Lebensmittel verteilt. Hier wohnen viele unserer Projektkinder.

24. April      

Die John-Hopkins-Universität zählt heute 20.000 Infizierte und 651 Tote in Indien. Auf Grund der niedrigen Testzahlen und dem schlechten Zugang zum Gesundheitssystem vermuten Experten eine hohe Dunkelziffer.

21. April

David Beasley, der Chef des UN-Ernährungsprogramm erklärt dem UN-Sicherheitsrat: „300.000 Menschen könnten an jedem Tag sterben. Nicht an einem Virus sondern an Hunger“

Derzeit leiden 135 Millionen Menschen an akutem Hunger. Durch die Corona Pandemie könnte sich diese Zahl verdoppeln.

April            Bapatla       Bericht von Pfr. Bala

Um den Menschen die wichtigsten Informationen zum Schutz vor dem Virus und zum Verhalten während der Pandemie nahe zu bringen werden in 19 Dörfern rund um Bapatla Flugblätter verteilt.

Das lokale Fernsehen bringt einen Bericht über die Aktivtäten des Kinderhilfe Charitable Trust mit allen Informationen zum Schutz vor  dem Corona Virus.

14. April

Die Ausgangssperre wird bis zum 3. Mai verlängert

29. März 2020

Premierminister Narendra Modi entschuldigt sich öffentlich für die sozialen Härten der verhängten Ausgangssperre, die vor allem die Ärmsten schwer traf.

Es gibt zwar ein Hilfsprogramm für die Ärmsten, aber viele Menschen gehen leer aus, z.B. weil sie keine Berechtigungsscheine für Reisrationen habe, oder als Wanderarbeiter zwar ein Anrecht haben, aber nicht in dem Bundesland in dem sie sich gerade aufhalten. Die Ärmsten haben in der Regel auch kein Bankkonto auf das die 1000 Rupien mit denen Regierung alle Familien unterstützen will, überwiesen werden kann.

25. März       Bapatla     

Die Hostels der Kinderhilfe-Bapatla e.V. werden geschlossen. Die Kinder gehen zu ihren Eltern oder anderen Verwandten und werden dort weiter unterstützt.

Die Nähkurse und Treffen der Frauengruppen fallen bis auf weiteres aus.

24. März     

Um 20 Uhr verkündet der indische Premierminister Narendra Modi den Lockdown, der  vier Stunden später in Kraft tritt.

Für 1,3 Milliarden Inder gilt für die nächsten drei Wochen eine Ausgangssperre, nur wenn es unbedingt notwendig ist, dürfen sie ihre Wohnung verlassen.

Millionen von Menschen verlieren schlagartig ihre Arbeit. Taglöhner, Hausangestellte, Bauarbeiter, Rikshaw-Fahrer, keine Händler und viele mehr. Hunderttausende Wanderarbeiter versuchen verzweifelt nach Hause zu kommen.

Busse und Bahn, Taxis und Rikshaws fahren nicht mehr, Straßenküchen, Restaurants Märkte, Schulen, Hostels, Kindergärten, Tempel, Kirchen und Moscheen werden geschlossen. Große und kleine Firmen stellen die Arbeit ein.

Überall gibt es Straßensperren und Kontrollen. Videos von prügelnden Polizisten gehen um die Welt.

22. März       Bapatla     

Die Mitglieder des Kinderhilfe Charitable Trust in Bapatla lassen Flyer drucken mit Informationen zur Prävention gegen das Corona-Virus. Sie verteilen die Flyer in 15 Dörfern rund um Bapatla und erreichen dadurch Hunderte von Menschen.

18. März     

Die indische Regierung erklärt bereits ausgestellte Visa für ungültig und verhängt eine Einreisesperre für zahlreiche Staaten, z.B. Europäische Union, Großbritannien, Türkei

11. März

Die letzten Mitglieder der Kinderhilfe-Reisegruppe kommen in Frankfurt an.

Anfang März

In Indien sind die Fallzahlen noch sehr niedrig ( 12.3.2020 50 offizielle Fälle) während sich Europa zu einem Hotspot entwickelt. In allen Medien wird über die Corona-Pandemie berichtet. Viele Inder reagieren panisch. Ausländer werden kritisch beäugt, einige Hotel -und Hostelbetreiber nehmen keine Ausländer mehr auf, Sehenswürdigkeiten werden für Ausländer geschlossen. Das erleben auch einige aus unserer Reisegruppe.

Februar

Bei Einreisekontrollen an den Flughäfen wird die Temperatur gemessen. Die Kinderhilfe-Bapatla-Reisegruppe, die sich gerade in Indien befindet erlebt die Kontrollen erst bei den indischen Inlandsflügen.

30. Januar

In Kerala, Indien wird der erste Corona-Fall bei einem Studenten, der aus Wuhan zurück kam, dokumentiert.